Goethe on truth, 2

Truth is inconsistent with our nature,
but not so error and for a very simple reason:
Truth demands that we should recognise
ourselves as limited, but error flatters us
with the belief that in one way or another
we are without limits.

Die Wahrheit widerspricht unserer Natur,
der Irrtum nicht, und zwar aus einem sehr
einfachen Grunde: die Wahrheit fordert,
daß wir uns für beschränkt erkennen sollen,
der Irrtum schmeichelt uns, wir seien auf
ein- oder die andere Weise unbegrenzt.

-Maxims and reflections, No. 310
Translation by Goethe Global.

No. 3215

Goethe on self-knowledge, 5

Usually we resist as long as possible
saying goodbye
to the fool we nurture in our chest,
acknowledging a major error, and
admitting a truth that drives us to despair.

Denn gewöhnlich wehrt sich der Mensch
so lange, als er kann, den Toren, den er im
Busen hegt, zu verabschieden, einen
Hauptirrtum zu bekennen und eine Wahrheit
einzugestehen, die ihn zur Verzweiflung bringt.

-Wilhelm Meister’s Apprenticeship, Book 2, Chap 2
Translation by Goethe Global.

No. 3208

Goethe on illusions, 1

Often in the course of life, when we’re
feeling completely secure in the way it unfolds,
we suddenly notice that we are caught in an error,
that we have let ourselves be taken in by persons,
by things, having dreamed up a relationship to
them that disappears immediately before the
awakened eye; and yet we cannot tear free,
a power grips us that seems incomprehensible to us.

Gar oft im Laufe des Lebens, mitten in der größten
Sicherheit des Wandels bemerken wir auf einmal,
daß wir in einem Irrtum befangen sind, daß wir
uns für Personen, für Gegenstände einnehmen ließen,
ein Verhältnis zu ihnen erträumten, das dem erwachten
Auge sogleich verschwindet; und doch können wir
uns nicht losreißen, eine Macht hält uns fest, die uns
unbegreiflich scheint.

-Maxims and reflections, No. 67 (part 1)
Translation by Goethe Global.

No. 3188

Goethe on knowledge, 1

O happy he, who still renews
The hope, from Error’s deeps to rise forever!
That which one does not know, one needs to use;
And what one knows, one uses never.

0 glücklich, wer noch hoffen kann,
Aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen!
Was man nicht weiß, das eben brauchte man,
Und was man weiß, kann man nicht brauchen.

-Faust, verse 1064
Translation by Bayard Taylor.

No. 4871